Wildgänse

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landwirtschaft hat vor der Novellierung der NJagdzeitVO keine differenzierte Analyse der möglichen Auswirkungen der Gänsebejagung auf den ländlichen Raum durchgeführt. Bei näherer Betrachtungsweise zeichnen sich indirekte hohe ökonomische Schäden für den ländlichen Raum ab. Wildgänse tragen in vielen Erholungsgebieten Norddeutschlands erheblich zu den Naturerlebnissen der Ferien- und Ausfluggäste bei, beispielsweise die Ringelgänse im Wattenmeer und die Bläss- und Saatgänse in dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue und Rheiderland. Auf den nordfrisischen Halligen finden seit zehn Jahren Ringelganstage statt, die jedes Jahr zahlreiche Besucher anlocken. Das Erleben der Gänse auf kurze Distanz, z. T. von weniger als 50 m, mit Wahrnehmung der akustischen Kommunikation dieser Vögel ist für viele Besucher, insbesondere auch für Kinder, heute ein unvergessliches Naturerlebnis. Es ist sehr fragwürdig, ob sich mit der Bejagung der Bläss- und Saatgänse in Niedersachsen die Schäden in der Landwirtschaft reduzieren. Mit der Einführung der Bejagung wird aber schlagartig die Fluchtdistanz dieser Vögel zunehmen (bis auf lange Zeit nach dem Ende der Jagdzeit und auf Distanzen von über 200 m). Zahlreichen Erholungsgebieten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein droht mit der Einführung der Bejagung ein erheblicher Attraktivitätsverlust.

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