Rebhuhn

Die jetzige Jagdzeit für Rebhühner vom 16. September bis 30. November entspricht nicht mehr dem Prinzip einer nachhaltigen Nutzung.
Der kontinuierliche Rückgang der Rebhuhnpopulationen führte zur Aufnahme in die „Rote Liste“ der bedrohten Vogelarten. Als Ursache lässt sich unschwer die intensive Agrarwirtschaft festmachen. Diese Erkenntnisse führten dazu, Programme zu erstellen, die den Lebensraum des Rebhuhns verbessern sollten (siehe „Artenreiche Flur“ in Feuchtwangen oder „Ackerrandstreifen-Programme“), also sinnvolle Maßnahmen, die auch zum Teil von der Jägerschaft mitgetragen und initiiert wurden.
Im Jahre 1991 wurde das Rebhuhn als „Vogel des Jahres“ vom NABU gewählt, und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über das „Pro und Contra“ seiner Bejagung, die nicht selten zu der Forderung führte, die Jagd auf das Rebhuhn gänzlich einzustellen.
Was aber hätte ein Jagdverbot bewirkt?
Das Interesse vieler Jäger an dieser Wildart wäre zweifellos auf Null gesunken, stimulierende Anreize zur Biotopverbesserung gestorben und der Jäger wäre aus seiner Verantwortung für das Rebhuhn entlassen worden. Der Abwärtstrend der Restbestände würde beschleunigt.
Aber bei einer Einschränkung der Jagdzeit dahingehend, dass Rebhühner nur auf der Suche, und nicht bei einer Treibjagd geschossen würden, die Schusszeit vorläufig gekürzt würde bis zum 30. September, wäre dem Jäger ein Anreiz zur Biotopverbesserung gegeben, eine Überjagung und damit ein Verlöschen der Restpopulationen durch Treibjagden entgegengewirkt und ein Konsens mit Naturschutzbehörden und -verbänden denkbar und wünschenswert. Dagegen stünde einer Bejagung des Rebhuhns ab 1. September nichts im Wege.
Diesem Vorschlag liegt die Beobachtung zugrunde, dass kein vernünftiger Jäger zur Hühnerjagd aufbricht, wenn die Bestände keine Beute versprechen, Restpopulationen aber sehr wohl durch Bejagung bei Treibjagden ausgelöscht werden können.
Ziel einer derartigen Einschränkung muss es sein, eine Entwicklung in der landwirtschaftlichen Produktion hin zu einer naturverträglichen Nutzung einzuleiten, die bei stabilen Populationen eine Bejagung des Rebhuhns in einem weiter gefassten zeitlichen Rahmen bedenkenlos wieder zuließe.

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