Über uns

Die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Norddeutschland (ANJN) e.V. wurde 1991 gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss von Menschen, die theoretisch oder praktisch, mit oder ohne Waffe, mit der Jagd zu tun haben, seien es ökologisch denkende Jäger, Biologen oder Grundbesitzer.
Wir alle beobachten mit Sorge, dass sich die traditionelle Jagd in Politik oder Praxis starrsinnig einem fundierten ökologischen und wildbiologischen Wissen verschließt und am Althergebrachten festhält. Während die Spannung zwischen Jagd, Natur- und auch Tierschutz immer größer wird, sinkt die Akzeptanz der Jagd in der Bevölkerung. Aktuellen Befragungen zufolge akzeptieren nur noch 42% der Bevölkerung die traditionelle Jagdausübung.

Warum jagen wir überhaupt?

Deutschland ist einer der am dichtesten besiedelten Staaten Europas. Hier leben viele Tier- und Pflanzenarten, die genutzt und geschützt werden. Gibt es Gründe, die eine naturnahe Bejagung wildlebender Tierarten rechtfertigen? Wir bejagen Tierarten unter Beachtung der genannten Grundsätze, weil

ihr Fleisch – insbesondere bei Schalenwild – trotz geringem Aufkommen eine natürliche und schätzenswerte Ergänzung unseres Nahrungsspektrums darstellt,
ihre Bejagung – unter Abstimmung mit behördlichen Fachplanungen – eine wichtige Maßnahme zur Pflege und Entwicklung naturnaher Biotope sein kann und
es örtlich übergeordnete Gründe für eine Bejagung geben kann (z.B. Seuchen, Schäden).

Welche Ziele werden von unseren Mitgliedern verfolgt?

Aus diesem Grund belebt die ANJN mit Blick auf die Zukunft die Diskussion um ein neues Selbstverständnis der Jagdausübenden. Wir wollen …

alle frei lebenden Tier- und Pflanzenarten auch in naturnah genutzten Bereichen erhalten,
die Rückkehr ausgestorbener Tierarten durch Aufwertung der Lebensräume fördern,
einer fortschreitenden Zerstörung von Biotopen und Landschaften entgegenwirken,
ökologischen Schäden durch überhöhte Schalenwildbestände entgegenwirken,
wild lebende Tierarten durch die Jagd so wenig wie möglich stören,
die Trophäe als bestimmendes Kriterium der Jagd ins Museum bringen,
jegliche Manipulation an Wildbeständen (Fütterung, Medikamente) verhindern,
eine bodenständige, naturnahe Jagd mit der Bindung an Grund und Boden beibehalten,
alle interessierten Menschen in die Jagd einbinden und
die Jagd zeitgemäß im Zusammenwirken mit Vertretern des Natur- und Tierschutzes weiterentwickeln.

Um eine schrittweise Umsetzung unserer Ziele zu erreichen,

organisieren wir Exkursionen, Schulungen und Seminare,
nehmen wir aktiv Stellung (wissenschaftliche Vorhaben, behördliche Planungen) und
erarbeiten wir in ressortübergreifenden Arbeitskreisen aktuelle Themen und Einzelfragen auf regionaler und überregionaler Ebene.

Welche Änderungen der jagdlichen Praxis empfehlen wir kurzfristig?

Jagdzeiten müssen sich künftig an der Biologie der Tierarten orientieren.
Der Jagddruck auf wild lebende Tiere ist zu verringern.
Abschusspläne sind nach qualifizierten Weiserverfahren zu erstellen.
Jagdpraktische Hemmnisse sind zu beseitigen (Schrotschuss auf Rehe, Jagdzeiten).
Seltene Wildtiere sind von der Bejagung auszunehmen.
Die direkte Einflussnahme auf Wildtierbestände ist zu untersagen.
Förderungsmaßnahmen für nichtheimische Tierarten sind einzustellen.
Die Fallenjagd ist stark einzuschränken.
Schießleistungen sind regelmäßig zu überprüfen.
Stete ökologische Fortbildung und Offenheit zu anderen gesellschaftlichen Gruppen ist zu gewährleisten.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann stellen Sie sich der Diskussion gemeinsam mit uns. Auch eine Beitrittserklärung können Sie sich gern von dieser Seite laden.